Wenn der Computer Ihre Bewerbung liest…

Was bedeutet, der Computer liest Ihre Bewerbung?

Kennen Sie „Applicant-Tracking-Systeme“ oder kurz „ATS-Systeme“? Vereinfacht gesagt sind das Computerprogramme zur automatisierten Auswertung und Verarbeitung von Bewerbungen.

Wie funktioniert ein ATS?

In das ATS-System werden Bewerbungsunterlagen entweder über Eingabemasken auf Bewerbungshomepages, Schnittstellen in E-Mail-Programmen oder Scannern eingelesen und gespeichert. Diese Bewerbungsunterlagen werden dann anhand definierter Kriterien vorselektiert.

Die Kriterien legen Unternehmen individuell fest. In der Regel sind es fachliche Qualifikationen, IT- und Sprachkenntnisse, persönliche Eigenschaften, Aus- und Weiterbildungen, oder auch Namen von Vorarbeitgebern. Für Sie als Bewerber bedeutet das, je höher die Übereinstimmung der „Keywords“ ist, desto weiter vorn sind Sie in der ersten Stufe im Bewerbungsprozess. Meist folgt erst im Anschluss eine Sichtung durch einen Recruiter.

Wo wird diese Technik eingesetzt?

Nahezu alle großen mittelständische Arbeitgeber und Konzerne setzen diese Technik bei Positionen mit hohen Bewerberzahlen ein. Ziel dieser Technik ist eine Beschleunigung der Auswahlverfahren und Kostensenkung im Human-Resources durch Entlastung der Mitarbeiter.

Was bedeutet das für die Bewerber?

Obwohl diese Verfahren meist nur der erste Schritt eines Auswahlverfahrens sind, kann es für Bewerber bereits das Aus bedeuten. Wenn eine Bewerbung nicht die richtigen Suchbegriffe liefert, Rechtschreibfehler beinhaltet oder aber ein Lebenslauf aufgrund einer sehr individuellen Gestaltung nicht richtig verarbeitet werden kann, kommt es vor, dass Bewerbungen trotz grundsätzlicher Eignung aussortiert werden können.

Wie können Sie als Bewerber diese Technik für sich nutzen?

Machen Sie es dem Computer möglichst einfach. Hierzu bieten sich zwei Wege an, die Sie berücksichtigen können. Die technische Optimierung sorgt für eine gute Verarbeitung Ihrer Bewerbung. In einer inhaltlichen Optimierung sorgen Sie dafür, die richtigen Suchbegriffe für das Programm zu liefern.

Verzichten Sie bei Ihrer Bewerbung auf anspruchsvolle grafische Verzierungen und zu individuelle Layouts. Vermeiden Sie Abkürzungen. Nutzen Sie eine leicht lesbare Schrift wie z.B. Times New Roman, Arial, Calibri oder Century Gothic. Vermeiden Sie Schreibfehler. Wenn die Maschine nach „Excel“ sucht wird sie „Ecxel“ nicht finden.

Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Bewerbung und lesen Sie die Suchanzeige sorgfältig durch. Suchen Sie in der Anzeige nach verwendeten Begriffen, den potenziellen „Keywords“ und stimmen Sie ihre Bewerbung auf diese Begriffe ab, indem Sie diese Beschreibungen in Ihrer Bewerbung verwenden. Bauen Sie diese Begriffe nicht nur in Ihr Anschreiben ein. Nutzen Sie auch Ihren Lebenslauf und stimmen Sie, sofern möglich die Kurzbeschreibungen Ihrer einzelnen Stationen auf den Anzeigeninhalt ab. So bieten Sie dem Computer „Futter“ und können wahrscheinlich Ihr persönliches Ranking verbessern.

Das Ganze funktioniert im Prinzip wie die „SEO-Optimierung“ einer Website. Und genau wie dort auch, sollten Sie es nicht übertreiben, auf eine gute Lesbarkeit und sinnvollen Inhalt achten und in jedem Fall bei der Wahrheit bleiben.

Unser Fazit:

Die Technik erscheint dort, wo viele inhaltlich vergleichbare Positionen besetzt werden müssen und ein hohes Bewerbungsvolumen erzeugt werden kann, sinnvoll um Prozesse effizient zu gestalten. In Bereichen mit sehr individuellen Anforderungen und engem Bewerbermarkt stößt sie an ihre Grenzen.

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